Hamburg ist beliebt und teuer – die Lebenshaltungskosten in Hamburg

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Wie in allen deutschen Großstädten sind auch in Hamburg die Lebenshaltungskosten deutlich teurer als in Kleinstädten oder auf dem Land. Zwar sind Mieten in Hamburg niedriger als beispielsweise in Stuttgart oder München, dafür sind öffentlicher Personennahverkehr und Lebensmittel deutlich teurer. So haben sich die Lebenshaltungskosten in Hamburg in den vergangenen Jahren verändert:

1. Was sind Lebenshaltungskosten?

Einfach gesagt, sind Lebenshaltungskosten die Kosten, die jeder Mensch zum Leben braucht. Dazu zählt nicht nur die Miete und die damit verbundenen Nebenkosten wie Strom, Heizung und die Gebühren für Wasser und Abwasser, sondern auch die Kosten, die für Kleidung und Lebensmittel benötigt werden. Alles hat seinen Preis – und der kann in den unterschiedlichen Gegenden und Städten unseres Landes auch unterschiedlich hoch sein. Die genaue Höhe der Lebenshaltungskosten ermitteln die Statistiker. Sie kaufen in bestimmten Abständen stets die gleichen Produkte in einem Korb, dem sogenannten Warenkorb.

Darin stecken beispielsweise ein Liter Milch, fünfhundert Gramm Butter, fünf Kilogramm Kartoffeln, aber auch Kleidung und andere Produkte, die jeder Mensch zum täglichen Leben braucht. Alles wird addiert und die Kosten für Miete, Wasser, Strom, Sprit, Autosteuern und anderes wird dazu gerechnet. Ist alles berechnet, beträgt die gesamte Summe heutzutage beispielsweise 2.000 Euro. Haben die gleichen Sachen fünf Jahre zuvor noch 1.500 Euro gekostet, sind die Lebenshaltungskosten demnach um 500 Euro oder 33 Prozent gestiegen.

2. Was ist am meisten gestiegen?

Besonders die steigenden Kosten für Energie lassen die gesamten Lebenshaltungskosten steigen. Schließlich werden nicht nur Benzin und Diesel an der Tankstelle teurer, sondern auch viele andere Produkte, für deren Herstellung Energie benötigt wird. Im vergangenen Jahr stiegen die Preise für Energieprodukte stark, das galt besonders für leichtes Heizöl, aber auch für Kraftstoffe. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen ebenfalls, besonders für Speiseöle und -fette, sowie für Bier, Eier und Molkereiprodukte.

Das gleiche gilt für Zeitungen und Zeitschriften. Andere Produkte, zu denen beispielsweise Geräte für die Unterhaltungselektronik gehören, wurden dagegen preiswerter. Wer Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollte, musste ebenfalls tiefer in die Tasche greifen. Das galt besonders für die Reparatur oder Wartung von Fahrzeugen. Da in einigen Bundesländern die Betreuungskosten für Kinder in Kindertagesstätten reduziert wurden oder ganz wegfielen, sanken diese Kosten.

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3. Wie berechnen sich diese?

Das Statistische Bundesamt berechnet regelmäßig die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten, zu denen alles gehört, was zum täglichen Leben benötigt wird. Neben den Kosten für die Unterkunft, also Miete mit all den dafür nötigen Nebenkosten, werden auch die Kosten für Nahrung, Kleidung und Körperhygiene zu den Lebenshaltungskosten gerechnet. Das gleiche gilt für Kosten für Hobbys, Reisen, Haustiere, Ausbildung, die Haltung von Kraftfahrzeugen und sogar Kosten für Angestellte.

Soll beispielsweise eine Immobilie über ein Darlehen von der Bank finanziert werden, spielen diese Kosten ebenfalls eine große Rolle. Die Statistiker rechnen für einen Alleinstehenden mit durchschnittlich 1.240 Euro monatlich an Lebenshaltungskosten. Für ein Kind liegen diese laut Statistik zwischen 470 und 585 Euro im Monat, je nachdem, ob es bei einem alleinerziehenden Elternteil oder in einer Familie lebt.

Geht es um die Gewährung eines Darlehens, gehen die Banken von diesen durchschnittlichen Kosten für die Lebenshaltung aus, schließlich sollen die Darlehensnehmer nicht nur den Kredit sicher zahlen, sondern auch noch genug Geld zum täglichen Leben übrig behalten. Da die wenigsten Menschen ihre eigenen Lebenshaltungskosten über einen längeren Zeitraum hinweg dokumentieren – beispielsweise über ein täglich geführtes Haushaltsbuch – gehen die Banken bei der Gewährung von Darlehen von diesen Pauschalbeträgen der Statistiker aus.

4. Wie haben sich die Kosten in den letzten Jahren verändert?

Ob Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr, ein Besuch im Kino oder der Einkauf im Supermarkt: Hamburg ist ein teures Pflaster. Seit der Euro im Jahr 2002 eingeführt wurde, sind die Lebenshaltungskosten in der norddeutschen Metropole deutlich gestiegen. Während ein Kilogramm Strauchtomaten vor zehn Jahren noch für 1,99 Euro zu haben war, kostet es inzwischen 2,99 Euro. Im gleichen Zeitraum stieg auch der Preis für eine Literflasche Coca-Cola von 64 Cent auf heute 92 Cent.

Der Anstieg der Preise liegt nicht nur an den steigenden Kosten für Energie, sondern auch daran, dass die Hamburger im Durchschnitt in dieser Zeit auch mehr verdienen und damit über eine höhere Kaufkraft verfügen. Der Zuzug von immer mehr Menschen in die Hansestadt Hamburg sorgte in den vergangenen Jahren ebenfalls für eine Preissteigerung, in diesem Fall bei den Mieten. Da auch die Zahl der Menschen größer wird, die Hamburg als Touristen besuchen, steigen die Preise in Hotels, Restaurants und Gaststätten. Im Verhältnis zu eigentlichen Stadt ist dagegen das Leben im Umland noch deutlich preiswerter, vor allem in den Gegenden, die weniger attraktiv oder weiter entfernt liegen.